Donnerstag, 6. Dezember 2012

Weihnachtskleidungs-Sew-Along 2012 -2-
gut sitzen ist was anderes

Wirklich Zeit zum Nähen ist gerade Mangelwahre, aber wenigstens habe ich überhaupt mit der Hose weiter gemacht.
Habe den Schnitt also nach dem Plattbügeln der Originalteile auf Papier übertragen und da diese eigentlich (durch Einlaufen ) zu klein sind überall etwas zugegeben. Dabei hätte ich trotzdem den Verlauf der Originalnähte mit einzeichnen sollen.

IMG_8503_KarierteWollstoffDer Stoff stand ja schon fest.
Nach Anhalten und  Ausprobieren habe ich beschlossen (damit es nur nicht zu einfach wird *mit den Augen roll*) den Karostoff schräg zu verarbeiten.
Der eine Grund dafür war, dass der Fall mir - für mich - nicht so gut gefiel (für Frau Charming währe der gerade Fall (erinnerte mich sofort an eine Marlene-Hose) gut gewesen), der andere Grund war das sehr altmodische Aussehen (normaler weise ist 'altmodisch' bei mir nicht negativ besetzt, aber mir fällt gerade kein besseres Wort ein)

Also habe ich die Schnitteile auf den Stoff aufgelegt und geschaut, wie es am besten an den Seitennähten passen wird. Die Karos sind nicht genau symmetrisch sondern etwas länglich ich habe die Eckpunkte des Schnitts auf Kreuzungspunkte der Karos (an die Strichrichtung denkend) ausgerichtet und dann die Karos des ersten angezeichneten Schnittteils auf das Papier übertragen. Anschließend das Papierschnittteil genau spiegelverkehrt auf den Stoff gelegt die Ecken ausgerichtet und genau an die angezeichneten Karos angepasst. Das habe ich dann mit allen doppelten Teilen gemacht und besonders bei der äußeren Beinnaht(Seitennaht (wo ja zwei unterschiedliche Teile aufeinandertreffen)) darauf geachtet dass die Karos zumindest halbwegs passen.

Dann hatte ich Angst zuzuschneiden. Nachdem ich extra große Nahtzugaben angezeichnet hatte (das war nicht so schlau) konnte ich mich überwinden.
Die zugeschnittenen Teile habe
ich gleich mal zusammengesteckt und geheftet und dabei eher auf die Karos geachtet (statt auf die angezeichneten Nahtlinien(nicht gut)), wobei sich die Kreide langsam vom Stoff verabschiedete. Naja das Muster passte dann an der vorderen und hinteren Mitte gut und an den Seiten so halbwegs (mit der (auch?)mustertechnisch schlachten Beininnennaht kann (und muss) ich leben).
Zum Glück hatte ich die Teile ohne  Taschen zugeschnitten denn die Taschen ermöglichen mir nun die gröbsten Musterunstimmigkeiten an der Seite zu überspielen.
Wie schräge Karos an der Seite passen und man mit einer Tasche Konflikte löst
(Aus Zeitmangel angespannt stehe ich hier unnatürlich nach vorn geneigt)

Eigentlich wollte ich eine eher waagerechte Hüftsatteltasche(b) machen, in Frau Craftelns  Taschenmonat schrieb ich ja, dass ich das praktischer finde, aber mit einem eher Senkrechten Tascheneingriff (c)in anderem Stoff kann ich den Musterkonflikt an der oberen Seitennaht(a) dämpfen, also mache ich das (wenn ich jemals soweit bin) so.

Blöd nur; Durch die ganzen Zugaben und Musteranpassungen habe ich mir die Passform zerschossen und von der Kreide ist kaum noch etwas zu sehen (ich hätte vorher mit Fäden durschlagen (markieren) sollen).
Wenn Ihr das erste mal eine (richtige) Hose nähen wollt nehmt einfarbigen Stoff und konzentriert Euch auf die Passform.
HosenSitz01
Besonders schockiert  mich die Rückseite (die Abnäher sind nur geheftet und spießen deshalb)
Die Hose soll eher auf Hüfte sitzen aber nicht zu weit unten.
Dass es auf der Front Probleme gibt hatte ich irgendwie erwartet, aber schockiert war ich von der Rückseite (der Vorzug der Ausgangshose war, dass sie auch dort perfekt saß).
Die Beine sind natürlich zu lang, aber da bin ich ganz froh, denn bei meinen stümperhaften Anpassungversuchen (vom Schritt aus warf die Hose zu Beginn extrem viele Falten das konnte ich mindern jetzt sind es "nur noch" (und vor allem wenn ich die Beine schließe) viele ) hat sich die Hose insgesamt etwas nach oben bewegt und eine Saum muss ja auch dran.
Vielleicht würde das 'In Form Bügeln', welches Sewing Galaxy bei meinem letzten Post (im Kommentar) erwähnte  (und auch als Dressur bezeichnet wird) etwas bringen, aber das kann nicht alles sein.
Zur Dressur; das muss ich auch erstmal lernen und um die (raren) Quellen (zum Beispiel diese Anleitung von Basti DelGato (hhh, ein (seeehr gut) nähender junger Mann)) dazu zu lesen, verstehen und umzusetzen brauchte ich wahrscheinlich erstmal ein halbes  Jahr (oder länger).
Wenigstens ist die Seitennaht halbwegs gerade (immer wieder faszinierend wie aus zwei gebogenen Kanten am Körper eine gerade Naht wird).

Hab jetzt erstmal keine Zeit weiter zu schreiben, wollte aber den Stand der Dinge nicht verschweigen.

Ach Ja, das ganze mache ich im Rahmen des Weinachts-Kleidungs-Sew-Alogs von Frau Dickespaulinchen.

Zur Entspannung noch zwei meiner Ohrwürmer: "die Orakelqueen aus Neuruppin" von Annamateur

Und (weil das Video so gut (nicht nur wegen der Wahrsagerin, sondern auch weil die Geschichte einer verlassenen Frau in einer Gewalttat gipfelt) passt) "Jilted" von den Puppini Sisters


Ge|hịrn|fạ|sching, der; (ugs. für psychische Störung) übertriebene Form des Kopfkleiderschranks bei welcher man sich in komplett andere Rollen versetzt (die Übergänge sind fließend)


EDIT (für Frau SewingGalaxy ):
Als technisch denkender Mensch habe ich mir natürlich vor dem Auflegen und Anzeichnen der Schnittteile überlegt wo es mir wichtig ist, dass das Muster passt.
An der vorderen und hinteren Mitte (das ist relativ einfach weil da gleiche Teile aufeinander treffen) und an den Seiten, dass es nicht auch gleichzeitig an den Beininnennähten passen kann war mir da schon klar.
Also habe ich mich beim Anzeichnen darauf konzentriert, dass es an den Seitennähten (wo ja unterschiedlich gebogene Kanten aufeinandertreffen ) möglichst viele übereinstimmende Musterbereiche gibt.
Und dann habe ich mir vor dem Zuschneiden noch eine Grafik gemacht  wie ich es mit der Musterpassung nun erwarte um mir klar zu werden, ob ich damit leben kann (bevor ich mir den Stoff zerschneide)
So habe ich es nach dem Anzeichnen erwartet
So ist es nach Zuschnitt und Heften geworden

Und so ähnlich ist es dann auch geworden, Nur die Beininnennaht ist schlechter, aber damit kann ich leben und so kann ich dort auch etwas entspannter versuchen Passformanpassungen unterzubringen

8 Kommentare:

  1. :-)))))
    du magst anshceinend herausforderungen.
    ich verrate dir was- schneiden und nähen im schrägen lauf ist eine grosse kunst,die nur wenige beherschen.
    die weltklasse meisterin auf dem gebiet war Madeleine Vionnet,seitdem ist der platz leer. aber eventuell wirst du der nächste;-)
    ich hoffe ,dass du keine schwierigkeiten bekommst,wenn du mit der maschine nähst-den da gibts jede menge tücken.
    gang gnag wichtig für dich ist jetzt,dss du auf jeden fall futter machst, sonst beulen sich deine hosen in allen richutungen nach dem ersten hinsetzen.
    der stoff im schrägen lauf dehnt sich unvoraussagbar! das ist schon mal fakt.
    wenn du futter dazu schneidest soll es um 5mm an jeder seite shcmaller sein.
    das ist in deutschland irgendwie nicht bekannt-wieso auch immer-das steht hier irgendwie nicht in den bücher drin und sie wundern sich darüber.
    diese 5 mm schmaler sind wichtig,weil sie einerseits form halten und andererseits die ganze spannung der dehnung beim sitzen auf sich nehmen. somit bleibt der stoff locker. inbesonderen an den knien ist das wichtig.
    nun zur passform...
    es sihet eigenlich echt gut aus. es ist nur zu gross und vor allem hinterbein ist etwas zu breit.du kannst probieren erst nur nach innen etwas weg zunehmen und wenns nciht reicht auch zur seite. und so wie es scheint,musst du auf jeden fall noch sattel vertiefel/verbretiern (das ist die hintere mittelnaht).prüfe dabei(bein heben) dass du problemlos dich bewegen kannst.ansonsten sehe ich da keine probleme.
    keine schräge züge, die senkrechte nähte verlaufen sehr gut.weiterhin viel erfolg!

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    1. P.S. da fällt mir noch was ein...
      du kannst nicht in 3 richtungen optimieren:-)))
      als technisch denkender mensch... überleg mal.vorderteil und hinterteil des hosenbeins haben an 4 seiten um den körper herum fast oder in der tat 4 verschiedene winkel.wie soll es gehen?karo läuft immer unter 45°! aber schnittmuster nicht. damit das funktionieren könnte, muss dein körper immer exakt 90° winkel bieten und zwar überall herum, an den seiten und vom schritt aus.

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    2. Danke für die Hinweise,
      Deine Anmerkungen sind motivierend, ich hätte sonst gar nicht gewusst wie ich am besten witermachen soll.
      Ein Futter war nur für die Frontseite gepalnt (im Original geht ein Futter vom Bund bis unters Knie), wenn ich Dich richtig verstanden habe sollte ich auch an der Rückseite ein Futter einarbeiten.
      Beim schrägen Schneiden habe ich kein Problem gehabt, da bin ich ja mal gespannt aufs Nähen. ich werde auf jeden Fall gut heften.

      Beste Grüße Christoph.

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    3. zuschneiden im schrägen lauf ist am schwersten nur bei den dünnen und fliessenden stoffen,aber der schnitt danach richtig zu haben ist eine kunst.
      den der stoff verzieht sich permanent und hat in bestimmten richtungen schwerpunkte,daher ist es voher kaum vorhesehbar...
      wenn man später näht muss man eventuell die naht zwischen 2 finger ziehen. dabei kanns noch 5 cm länger werden.wenn man das nicht tut- wird die naht den stoff sowas wie zusammenziehen und die naht wird abstehen. mit anderen worten- die naht des schrägen laufs muss genau so locker werden wie der stoff selbst und keines falls statisch. es ist eine herausvorderung.
      ich hatte im april ein neglige aus seide im schrägen lauf genäht-da habe ich jede naht noch zu ende der naht mit den finger gezogen so als ob du versuchst die raffung raus zu kriegen.
      nun, du hast recht. für gewöhnlich macht man futter nur vorne um ausdehnung der knie vorzubeugen.aber in deinem fall muss du die ausbeulung des hintern vermeiden. denn der stoff wird sich nach dem sitzen wahnsinnig deformieren.schräger lauf ist sehr plastisch.einerseits umschmeichelt das die figurlinie(daher war das in den 30-er der liebster schnitt)und andererseits deformiert sich.daher empfehle ich die unbedingt futer zu machen.
      und erlich gesagt- du wirst es wahrscheinlich lieben:-) man springt,nein, man gleitet,rutsch in die hose,wenn sie voll gefüttert ist:-)

      hier ist masterclass in bilder wie man eine frauenhose füttert:
      http://www.damadoma.ru/forum_bb/viewtopic.php?f=65&t=1910
      http://timer9.livejournal.com/1465.html

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    4. so, hier möchte ich dir beispiel zeigen wie das aussehen kann,wenn man den stopff entlang der naht nicht nachzieht.guck mal die vordere mkittelnaht. das mädel hat im schräfgen lauf zugeshcnitten und gesteppt.hier sind bilder vor meinem vorschlag den stoff auszugleichen:
      http://club.season.ru/index.php?act=Attach&type=post&id=220259
      http://club.season.ru/index.php?act=Attach&type=post&id=220262

      und hier ist nachdem sie die nahgt gelockert hat-das kleid hat natürliuch in der mitte an der länge gewonnen. dennoch beult sich etwas.wie gesagt-das ist die kunst..
      http://club.season.ru/index.php?act=Attach&type=post&id=220881
      http://club.season.ru/index.php?act=Attach&type=post&id=220882

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  2. Das ist mutig! Aber was sollst Du auch mit einem Kleid :-)
    Ich drücke die Daumen, dass Du die Hose so hinkriegst, dass Du sie nicht mehr ausziehen willst!
    LG Judy

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  3. Hach, Du und Julia seid aber schon wirklich ein echt tolles Team!

    ... und beide seid Ihr seeehr gut im Beschreiben!

    Viel Glueck - ich spioniere hier weiterhin gernest zum (vielleicht/hoffentlich) selbst auch Mitlernen. Danke an Euch Beide!

    LG, Gerlinde
    (bewundernd unglaeubig den Kopf schuettelnd: schoen, dass Ihr Euch 'gefunden' habt! Zwei begeisterte Techniker - himmlisch!)

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  4. P.S. ich habe vergessen was ganz wichtiges zu sagen.
    wenn du futter zuschneidest muss das unbedigt quer zugeschnitten werden,weil die dehnung im garden lauf am geringsten ist. somit läuft grade lauf horizontal in der kniezone,die die meiste spannung aufnimmt...

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